Sexualleben des Shiba-Rüden oder der Shiba-Hündin regulieren
Die Natur hat unsere Hunde mit einem Sexualtrieb ausgestattet, der das Überleben ihrer Art sichert.
Die junge Shiba-Hündin wird im Alter von 5 - 8 Monaten zum ersten mal läufig; der junge Shiba-Rüde ist ca. ab dem 6.Monat fortpflanzungsfähig (potent).
Während die Empfängnisbereitschaft der Shiba-Hündin einem nahezu regelmäßigem Rhythmus unterliegt ( Siehe hierzu Shiba-Info: "Zyklus einer Shiba-Hündin" ), ist der potente Shiba-Rüde jederzeit erregbar und fortpflanzungsbereit.
Eine läufige Hündin und ein erregter Rüde haben den unzensierten Drang, hier und jetzt den Geschlechtsakt zu vollziehen; unabhängig davon, welche Körpergrößen aufeinander treffen ! (Es gibt auch Dackel-Schäferhund-Mixe)
Unsere Aufgabe als Hundebesitzer ist es, das Sexualleben unserer Shibas zu regulieren und unerwünschte Deckakte zu verhindern. Das ist ein schwieriges Unterfangen, zumal die Geschlechtsorgane der läufigen Hündin schon vor der eigentlichen „Hitze“ Sexuallockstoffe abgeben, die ein Rüde aus weiter Entfernung wahrnimmt und diesem Ruf sofort folgen möchte.
Eine läufige Shibahündin und ein sexuell erregter Shibarüde sind unzuverlässig und mit erzieherischen Maßnahmen nur noch schwer zugänglich. Wie schon gesagt, es ist ein hochangesiedelter, naturgegebener Trieb zur eigenen Arterhaltung, der nicht mit kleinen Spielchen oder Leckerlie umgelenkt werden kann.
Mögliche Begleiterscheinungen:
Ein verliebter Rüde kann nächtelang herzergreifend weinen und wegen seines Liebeskummers in den Hungerstreik treten. Eine „heiße Hündin“ wird während ihrer Stehtage alle erdenklichen Wege zur Erfüllung suchen und möglicherweise auch im unbelegtem Zustand eine Schwangerschaft empfinden (Scheinschwangerschaft mit Nestbautrieb und möglichen Milcheinschuss)
Obwohl ich sonst kein Freund von „Problemlösung durch Vermeidung“ bin, scheint es mir zur Empfängsnisverhütung eine sinnvolle Lösung zu sein, solche Hunde-Begegnungen weiträumig zu umgehen! Nicht zuletzt deshalb, um auch gesundheitliche Folgen zu verhindern. Ein häufig sexuell erregter Rüde, der nie zur Vollendung kommt, wird mit den Jahren ein Prostataleiden entwickeln.
Doch: Leichter gesagt als getan, wenn man in einer dicht besiedelten Stadt lebt. Hier kommt der Gedanke an eine Sterilisation oder gar Kastration des Hundes schneller auf.
Bei der Sterilisation werden die Hunde lediglich unfruchtbar gemacht,
der Sexualtrieb und das Sexualverhalten bleiben erhalten!
bei der Shiba-Hündin werden die Eileiter durchtrennt; sie wird weiterhin läufig und kann auch Scheinträchtigkeiten entwickeln.
Beim Shiba-Rüden werden die Samenleiter durchtrennt, sein Potenzverhalten bleibt erhalten.
Eine Kastration ist eine Organamputation der geschlechtlichen Keimdrüsen;
dem Shiba-Rüde werden die Hoden entnommen, der Shiba-Hündin werden die Eierstöcke entfernt und meistens zusätzlich die Gebärmutter, weil diese durch den vorangegangenen Eingriff ihre Funktion verliert.
Der Geschlechtstrieb von kastrierten Hündinnen erlischt; sie werden nicht mehr läufig oder scheinträchtig.
Das Sexualtrieb eines Rüden erlischt nur dann, wenn er zuvor noch keine einschlägigen Erfahrungen gemacht hat.
Alle Operationen werden unter Vollnarkose durchgeführt, die ihrerseits ein RISIKO mit sich bringt, nicht nur weil der Shiba Inu ein erhöhtes Narkoserisiko trägt.
Eine Ausweidung der Geschlechtsorgane ist ein massiver Eingriff in den Organismus des Hundes, der neben dem erwünschten Ziel auch möglicherweise unerwünschte Nebenwirkungen haben kann, wie z.B. Fellveränderungen, dauerhafte Wesensveränderungen*, erhöhte Neigung zur Fresslust, Inkontinenz im Alter, Verwirrung der Hundewelt (kastrierte Rüden werden von potenten Rüden bestiegen) ...
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Meine persönlichen Erfahrungen:
Shiba Inu Rüde Keno wurde bei seinen Erstbesitzern mit ca. einem Jahr kastriert und hat sich als Kastrat ganz normal entwickelt. Er hat keine Fellveränderungen davongetragen und ist für einen Rüden gut sozialverträglich. Lediglich sein Appetit ist ungezügelt und zeitweise (selten) wird er von potenten Rüden bestiegen oder verliebt sich seinerseits in einen intakten Rüden.
Yasu (Shiba Inu Hündin) wurde nach der 3.Läufigkeit im Alter von ca. 1 1/2 Jahren kastriert, weil bei ihr ein Verdacht auf Gebärmutterentzündung war, der sich nicht bestätigt hatte.
Rückblickend würde ich sagen, dass ihre Kastration viel zu früh war, weil das kleine Äffchen deshalb anscheinend nie erwachsen wird. Es ist zwar ganz poussierlich, einen junggebliebenen Shiba zu haben, aber mit der Erziehung wird´s dadurch anstrengender, weil ihr irgendwie die "Reife" fehlt.
*) Wer für seinen Rüden eine Wesensveränderung durch die Kastration bewusst anstrebt, der sollte vorher mit einer probeweisen "chemischen Kastration" (Hormonspritze) prüfen, ob die gewünschte Wirkung tatsächlich durch eine Operation möglich wird.
Eigene Beobachtungen:
Einen potenten Rüden „nur mal schnuppern zu lassen“ ist völlig am Ziel vorbei.
Auch eine läufige Hündin hat ein Recht auf tageshelle Spaziergänge in der Natur. Von einer läufigen Hündin ausschließlich Stubenarrest oder Nachtwanderungen einzufordern ersetzt nicht die eigene Aufmerksamkeit eines Rüden-Halters.
... und ... nicht jedes Aufreiten ist im lockeren Hundespiel ein Sexualakt.
Wüste Vergewaltigungsfantasien sind -mit Rücksicht auf die eigene Biografie vielleicht nachvollziehbar-, aber für die Hundewelt fehlgedeutet !