Shiba-Ratgeber
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Shiba Inu allein zu Haus - das alleine sein üben
 
Der Shiba Inu ist -wie jeder andere Hund- nicht gerne alleine und sich selbst überlassen. Hunde sind Rudeltiere und lieben die Gemeinschaft zu ihren Sozialpartnern.
 
Dennoch ist es ab und zu unvermeidbar, seinen Shiba Inu alleine zuhause zu lassen.
Was würde passieren, wenn ich meinen Hund unvorbereitet über Stunden im leeren Haus zurücklasse ?
 
Bestenfalls würde der Shiba vor Langeweile einschlafen und sich freuen, wenn man zurück kommt.
Schlimmstenfalls setze ich meinem Hund ein Trauma zu, was schwer wieder gutzumachen ist.
 
Die Stunden des Alleinseins könnten so aussehen:
 
Der Shiba Inu hechelt, winselt und jammert hinter der verschlossenen Tür, weil er sich verlassen fühlt. Mit Kratzen an der Haustür möchte er sich zu seinem geliebten Herrchen/Frauchen retten. Vielleicht versucht er auch den Teppich oder das Parkett darunter aufzugraben. Seine Verlustängste werden immer größer und er gibt mehr Energie und Ausdauer in den Versuch, dieser ungewohnten Situation zu entfliehen.
 
Nachdem der Boden aufgewühlt und die geschlossene Tür gründlich abgeschabt ist, gibt sich der Shiba Inu seiner Verzweiflung hin und heult wie ein Wolf oder schreit wie ein Affe. Wenn auch diese Hilferufe unbeantwortet bleiben kann sich der Shiba nicht selbst beruhigen und gerät vollends in Panik. Der Herzschlag erhöht sich, die Atmung ist wie bei einer Hetzjagd, er speichelt stark und der Hund verliert die Körperkontrolle; unter sich lassen und einkoten können die Folge sein (wird fälschlicherweise als Protest bewertet). Ein Hund, der über Stunden im Ausnahmezustand war, begrüsst seinen Hundehalter bei dessen Rückkehr völlig erschöpft und mit sichtbaren Augenringen.
 
Das muss nicht sein, denn das alleine bleiben kann man sorgsam üben - vorzugsweise schon im Welpenalter.
 
Als Vorbereitung dazu
kann man seinen Welpen im Zimmer zurück lassen, während man selbst die Räumlichkeiten wechselt. Jedes hinterher schleichen wird mit der Rückführung an seinen Platz quittiert.
Auch das Türen schließen zum eigenen Toilettengang oder die alleinige Badbenutzung im allgemeinen sind gute Übungen für das kurze voneinander Getrenntsein.  Tabuzonen innerhalb des Hauses (z.B. Küche, Schlafzimmer) fördern die Akzeptanz der vorübergehenden Trennung. Wenn der Welpe diese kleinen Trennungen entspannt erleben kann, ist er fit für die
 
zweite Stufe:
Die Wohnung wird kurzzeitig - ohne viel Brimborium - verlassen. z.B. zum Müll hinaus bringen. Nach wenigen Minuten(!) kehrt man ohne viel Aufhebens und Wiedersehensfreude zurück. Denn bedenke: Je mehr Gedöns wir um diese Situation machen, desto aussergewöhnlicher wirkt sie auf den Shiba; es soll aber zur Alltagsroutine werden. Deshalb sollte man diese Übung mehrmals am Tag und mehrere Tage hintereinander machen - bis sie zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Erst dann kann man die Schwierigkeit
 
zur Dritten Stufe steigern:
 
Das Haus wird für ein kurze Weile (10 bis 30 Minuten) mit den üblichen Vorbereitungen verlassen; Schuhe anziehen, Jacke anziehen, mit dem Schlüssel klimpern etc. und ein Abschiedsritual wird eingeführt. z.B. mit den Worten "Keno und Yasu machen eine Pause!" oder "Ihr könnt jetzt Heia machen". Ein Kauartikel kann ein guter Trost und Beschäftigung gegen Langeweile sein. Auch diese Übung wird häufig wiederholt und zeitlich weiter ausgedehnt.
 

Ziel:
Der Shiba Inu fühlt sich in seinem Heim wohl und hat gelernt, dass das Alleinsein -auch über mehrere Stunden- keine Bedrohung für ihn ist, weil sein Frauchen/Herrchen immer wieder zu ihm zurückkommt. Der Hund nutzt die Zeit der Ruhe für ein ungestörtes Schläfchen.
 

Tipps:
 
Zwingende Voraussetzung für ein entspanntes Alleinbleiben ist, dass vorher alle dringlichen und sozialen Bedürfnisse des Hundes erfüllt wurden.
 
Der Hund lebt im Hier und Jetzt; d. h. der momentane Zustand ist für ihn endgültig. Versuche Deinem Shiba nicht zu erklären, dass Du gleich wieder kommst. Er würde es genau so wenig verstehen, wie die Mitteilung: "Im Sommer machen wir Urlaub an der See ... freu Dich!"
 
Beschwerden der Nachbarn wegen anfänglichem Jaulen kann man vermeiden, in dem man seine Mitbewohner um Hilfe bittet. Man erklärt ihnen die Trainingsmethode und versichert ihnen, dass die Ruhestörung nur vorübergehend ist. Unsere Nachbarn waren zuverlässige Berichterstatter. Mitteilungen wie: "Am Anfang haben sie geweint, aber danach waren sie ruhig" oder "Einmal hatte es bei Ihnen geklingelt, da haben sie kurz gebellt aber kurz danach haben wir nichts mehr gehört" dienten uns zur zuverlässigen Erfolgskontrolle.
 
Eine andere Methode zur Erfolgskontrolle ist das Aufstellen einer Videokamera oder die akustische Raumüberwachung, indem man -vor dem Verlassen der Wohnung- eine Verbinding vom Handy zum eigenen Festnetz aufbaut.
 
Auch Hunde, die im Alltag nicht alleine bleiben müssen, sollten die Fähigkeit erlernen, alleine bleiben zu können. Das Leben kommt manchmal anders als man denkt und dann oft sehr plötzlich.
 
Vorsicht Fehlverknüpfungen!
Zum Eintreten in die Wohnung eignen sich nur die Ruhephasen. Wenn klägliches Jaulen und die Rückkehr zusammentreffen verknüpft der Shiba das als seinen Erfolg ... nämlich; Ich muss nur lang genug klagen, dann kommt mein Hundehalter wieder.
 
Wer jetzt dennoch meint, sein Hund könne getrost stundenlang bellen, er habe keine direkten Nachbarn, der möge sich bitte noch einmal den kursiven Text "Die Stunden des Alleinseins" durchlesen und verinnerlichen, dass es in erster Linie um das Vertrauen und Wohlbefinden seines (ihm anvertrauten) Hundes geht und nur sekundär um das Nachbarschaftsverhältnis.
 
Viel Erfolg !
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