Dauerhaftes Kläffen ist keine Eigenart des Shiba Inus, sondern reine Erziehungssache.
Oft hat man in der Vergangenheit -meist unbewusst- etwas falsch gemacht und damit den Shiba Inu in seinem Bellverhalten bestätigt.
Beispiel:
Es klingelt an der Tür. Ein für alle hörbares Signal wie Ging-GONG oder DDDDRRRR erschallt!! Freudig springen wir auf und gehen schnellen Schrittes zur Tür um den erwarteten Besuch zu empfangen, oder wir schlüpfen noch schnell in angemessene Kleidung, wenn uns das Türklingeln unerwartet überrascht. In jedem Fall erlebt der Shiba Inu: „Auf die Plätze ...los!! Hier geht was ab!!“ Auch er will dabei sein und läuft in höchster Erregung kläffend zur Haustür, denn dort (das weiss er schon) ist gleich was los.
Zusammenfassung aus der Sicht des Shibas:
Signal - Unruhe - Haustür - Freude / Gefahr ...
1. wird er genervt angeherrscht, um sein unnötiges Kläffen abzustellen oder
2. Tante Frieda kommt herein, klopft sich auf die Schenkel über den ach-so-feinen-Hund und rückt erst einmal ein Leckerlie raus oder (schlimmer):
3. ein FREMDER (Handwerker, Postbote) erscheint im Türrahmen und macht dem Hund seine Ressourcen streitig (Frauchens oder Herrchen´s Aufmerksamkeit, Futter, Spielzeug, etc.) !
Mögliche Erklärungen:
zu 1: Auch negative Aufmerksamkeit ist eine Form der Beachtung, die vom Hund -auch durch Schimpfen oder anbrüllen- als solche angenommen wird.
zu 2: Bekannte puschen den freudigen oder ängstlichen Hund mit ihren überschwänglichen Verhalten oft noch zusätzlich hoch und bestätigen ihn -unwissentlich- in seinem (für uns unerwünschten) Benehmen.
zu 3. Alles Fremdartige ist erst einmal gefährlich und der Shiba Inu ist sich nicht sicher, ob Frauchen oder Herrchen tatsächlich „Herr der Lage ist“. Lautstarkes Bellen hält den Eindringling erfolgreich auf Abstand.
Grundsätzlich sind beim Thema „Kläffen“ folgende Fragen zu klären:
Wie viel Vertrauen hat mein Hund in meine Führungsqualitäten?
Wie kann ich meinem Shiba Inu die selbsternannte Verantwortung abnehmen?
Wie viel Sicherheit braucht mein Shiba Inu?
Akzeptiert mein Shiba Inu die von mir gesetzten Grenzen?
Wie selbstbewusst und konsequent kann ich meine (Erziehungs-)Ziele verfolgen?
Lösung des Problems:
Das eigene Verhalten ändern und die eingefahrene Routine abschaffen;
Wenn es klingelt langsam bis 5 zählen und dann im Schneckentempo zur Tür schlurfen oder sogar eine zweckfremde Tätigkeit einbauen (langsam Fenster öffnen und wieder schließen, einmal zum Sofa gehen und sich darauf ausstrecken, etc.)
Ignorieren (Nichtbeachtung): Den kläffenden Shiba nicht ( = gar nicht! ) - beachten; auch nicht mit Blicken. Wenn er sich in den Weg stellt, möge man ihn vorsichtig mit dem Unterbein beiseite schieben.
Funkklingel anschaffen oder Freunde bitten, mehrmals zu klingeln ohne dass ihnen geöffnet wird. Bei jedem Pseudo-Klingeln wird nun irgendwas etwas gemacht, was grundsätzlich nichts mit Besuch oder Tür öffnen zu tun hat ... macht Euch einen Spaß daraus!! Nun werden ruhige Phasen des Hundes sofort mit Bestätigung (Lob, Leckerlie) belohnt. Das Vorgehen muss mehrmals täglich an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen wiederholt werden, bis die (manifestierte) Erregung „abgeschliffen“ ist.
Evtl. ein Schild an der Haustür anbringen: „Bitte nur einmal klingeln und etwas Geduld haben“ um den eigenen Druck rauszunehmen.
Bei tatsächliche Besuchen bittet Eure Bekannten, den ungehorsamen Hund konsequent zu ignorieren und keinesfalls ungefragt Mitbringsel zu vergeben.
Lautstarkes Bellen kann auch ein wirksames Mittel gegen Unsicherheit sein, denn immerhin wird der „Eindringling“ dadurch gehörig auf Abstand gehalten.
Das gilt es aber zu verhindern, wenn man als Hundehalter diesen -vom Hund inszenierten- Abstand selbst gar nicht will.
Paradox .... aber auch sehr wirksam,
ist es, wenn man seinem Shiba Inu das kontrollierte Bellen beibringt. Dann kann man es auch jederzeit unterbinden. Keno und Yasu können bei „Gib laut!“ auf Kommando bellen. Mit dem Befehl „Leise!“ kann ich sie zur Ruhe bringen.