1.) selber keine Angst vor einem bissigen Hund zu haben
 
2.) Keno unschädlich gegen mich und andere zu machen 
 
3.) ihn immer und immer wieder erfolglos UND schadlos(!)
aus seinem Gefecht ziehen zu lassen.
Gleichzeitig musste Keno lernen, seine selbsternannte Verantwortung an mich abzugeben und  Grenzen und Eingrenzungen zu seinem eigenen Schutz zu respektieren.
 
Im Alltag sah das so aus, dass ...
- er uns bei einem Raumwechsel nicht hinterher  schleichen konnte, weil ich ihn anfangs mit einem provisorischen Türgitter im Raum begrenzte und später stetig die Türen hinter mir geschlossen hielt.
Jeder Versuch, uns nachzuschlurfen, wurde mit dem Schließen der jeweiligen Verbindungstür beantwortet. Keno lernte schnell, dass es vergebliche Liebesmüh ist und hielt nicht länger daran fest.
 
- Anweisungen auf seinen Platz zu gehen, an der Fütterungsstelle oder  im offenen Zimmerkennel zu bleiben wurden konsequent eingefordert (wenn nötig auch 10x hintereinander)
 
Keno wurde auch konsequent vom Bett, Sofa, Sessel vertrieben sobald er Verteidigungsverhalten zeigte. Seitdem diese bevorzugten Ruheplätze von uns reglementiert werden nimmt er sie auch nicht mehr selbstverständlich als SEINE in Anspruch. Er bittet nun durch Kopfauflegen.
 
Vor vermeintlichen Angreifern an der Haustür (wie Paketzustellern oder Nachbarn) wurde Keno durch das o.g.Türgitter geschützt und konnte so aus der Distanz zusehen, dass wir durchaus freundliche Worte mit den „bösen Fremden“ wechseln, während sein ruhiges Verhalten mit Leckerlie-Zuwurf bestätigt wurde.
 

Vor Besuchern, die weiter in unsere Wohnung eindrangen und sich auf einen Kaffee oder länger bei uns aufhielten, wurde Keno in seinem Zimmerkennel geschützt. So verfahren wir heute noch bei Besuchern mit eigenen Hunden.
 
Ansonsten werden Gäste nun freudig erregt im Treppenhaus von 2 Shibas angesprungen und mit Freudengekreische begrüsst (das wird unsere nächste Lernaufgabe sein!)
 
Das Abbruchsignal " LASS ES ! " musste anfangs immer mit einem körperlichen Einsatz (Backengriff, wegschieben mit der Wade) umgesetzt werden. Heute reicht es verbal und ist größtenteils sogar überflüssig geworden.
 
Keno hat im Laufe des ersten Jahres gelernt uns zu vertrauen und auch für sich an Selbstvertrauen dazu gewonnen. Er ist straßenverkehrssicher und läuft heutzutage ohne Leine durch die Stadt. Seine Hundebegegnungen außer Haus kann er selbstbestimmt und souverän regeln. Er darf und kann nun seinen Unmut anzeigen und unerwünschte Kontakte angemessen abwehren.
Shiba Inu angstaggressiv & Ressourcenverteidiger
 
Einzig die Futterressource
ist immer noch hoch angesiedelt
und erfordert außerhalb unserer Wohnung
( in Picknicksituationen oder auf Kniehöhe )
eine erhöhte Aufmerksamkeit.
Keno kam im Alter von 15 Monaten als kastrierter Shiba-Rüde und sogenannter Secondhandhund zu uns, weil sich seine damaligen Besitzer nach allen erdenklichen, beherzten Bemühungen nicht mehr zu helfen wussten.
 
Einerseits ...
war Keno ein ganz treuer, versöhnlicher, anhänglicher Schmusebär mit einer blitzschnellen Auffassungsgabe und dem Bestreben zu gefallen.
 
Andrerseits ...
hatten sich fast unüberwindbare Baustellen aufgetan: Keno ...
 
- konnte nicht alleine bleiben und brüllte über Stunden das Haus zusammen
- verfolgte uns in der Wohnung auf Schritt und Tritt und ließ auch ein ungestörtes Wannenbad nicht zu (klägliches jaulen)
- bekam Panikattacken im Auto und ließ Urin und Stuhl unter sich
- verbellte Besuch schon beim Klingeln und ließ keine "Fremden" (Freunde, Nachbarn, Handwerker, Paketzusteller) herein
- hechelte sich im Zimmerkennel in die Panik hinein bis er unter sich ließ
- urinierte in Besucherwohnungen
 
... und
 
- Keno war ein Ressourcenverteidiger, der blind ausrastete, wenn man ihm sein vermeintliches Besitztum streitig machte.
 
Er rastete unvermittelt und um sich beißend aus, wenn...
 
- sich unsere Ersthündin für das herumliegende Hunde-Spielzeug interessierte
- ich auf der Arbeitsfläche Futter zubereitete und Yasu die Küche betrat
- wenn jemand auf dem Sofa /Sessel sitzen wollte
- wenn sich andere Hunde für meine Nähe, meine Zuwendung, meinen Picknickrucksack, meinen Leckerlie-Beutel, sein Stöckchen oder seine Schnüffelstelle interessierten.
 
Keno (10 kg) hatte einer bekannten Hütehündin (45kg) das Gesicht mit 4 Eckzähnen blutig gebissen, einem Besucher die Hand blutig getackert und einen aufsässigen Welpen im Genick geschüttelt
 
Oberflächlich betrachtet war Keno ein aggressiver, bissiger und unberechenbarer Hund.
 
Das scheinbar unüberwindbare Problem war,
dass Keno für alle Betroffenen so unvermutet überreagierte (ohne adäquate Vorwarnung!) und er durch den Überraschungseffekt - leider- durchweg Erfolge hatte. (bei Menschen wie auch bei Großkalibern von Artgenossen)
 
Jedes Verhalten, was zum Erfolg führt, wird vom Hund logischerweise beibehalten.
 
Hier war der Lösungsansatz:
Keno durfte ab sofort keine Erfolge mehr mit dem unerwünschten Verhalten erzielen. Nur leichter gesagt als umgesetzt, wenn seine ungezügelte Abwehrbereitschaft auch schon angsteinflößenden Eindruck auf uns und unsere zierliche Hündin gemacht hatten.
 
Mit professioneller Hilfe einer erfahrenen HUndetrainerin erarbeiteten wir alle übergriffigen Situationen um den Überraschungseffekt zu minimieren.
Ich erlernte einen Backengriff, den ich blitzschnell anwenden musste, begleitet von einem scharfen aber emotionslosen "LASS ES!!!" (Gedanklich hinzugefügt "Das regel ICH ! " ) um ...
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