Keno kam im Alter von 15 Monaten als kastrierter Shiba-Rüde und sogenannter Secondhandhund zu uns, weil sich seine damaligen Besitzer nach allen erdenklichen, beherzten Bemühungen nicht mehr zu helfen wussten.
Einerseits ...
war Keno ein ganz treuer, versöhnlicher, anhänglicher Schmusebär mit einer blitzschnellen Auffassungsgabe und dem Bestreben zu gefallen.
Andrerseits ...
hatten sich fast unüberwindbare Baustellen aufgetan: Keno ...
- verfolgte uns in der Wohnung auf Schritt und Tritt und ließ auch ein ungestörtes Wannenbad nicht zu (klägliches jaulen)
- verbellte Besuch schon beim Klingeln und ließ keine "Fremden" (Freunde, Nachbarn, Handwerker, Paketzusteller) herein
- hechelte sich im Zimmerkennel in die Panik hinein bis er unter sich ließ - urinierte in Besucherwohnungen
... und
- Keno war ein Ressourcenverteidiger, der blind ausrastete, wenn man ihm sein vermeintliches Besitztum streitig machte.
Er rastete unvermittelt und um sich beißend aus, wenn...
- sich unsere Ersthündin für das herumliegende Hunde-Spielzeug interessierte
- ich auf der Arbeitsfläche Futter zubereitete und Yasu die Küche betrat
- wenn jemand auf dem Sofa /Sessel sitzen wollte
- wenn sich andere Hunde für meine Nähe, meine Zuwendung, meinen Picknickrucksack, meinen Leckerlie-Beutel, sein Stöckchen oder seine Schnüffelstelle interessierten.
Keno (10 kg) hatte einer bekannten Hütehündin (45kg) das Gesicht mit 4 Eckzähnen blutig gebissen, einem Besucher die Hand blutig getackert und einen aufsässigen Welpen im Genick geschüttelt
Oberflächlich betrachtet war Keno ein aggressiver, bissiger und unberechenbarer Hund.
Das scheinbar unüberwindbare Problem war,
dass Keno für alle Betroffenen so unvermutet überreagierte (ohne adäquate Vorwarnung!) und er durch den Überraschungseffekt - leider- durchweg Erfolge hatte. (bei Menschen wie auch bei Großkalibern von Artgenossen)
Jedes Verhalten, was zum Erfolg führt, wird vom Hund logischerweise beibehalten.
Hier war der Lösungsansatz:
Keno durfte ab sofort keine Erfolge mehr mit dem unerwünschten Verhalten erzielen. Nur leichter gesagt als umgesetzt, wenn seine ungezügelte Abwehrbereitschaft auch schon angsteinflößenden Eindruck auf uns und unsere zierliche Hündin gemacht hatten.
Mit professioneller Hilfe einer erfahrenen HUndetrainerin erarbeiteten wir alle übergriffigen Situationen um den Überraschungseffekt zu minimieren.
Ich erlernte einen Backengriff, den ich blitzschnell anwenden musste, begleitet von einem scharfen aber emotionslosen "LASS ES!!!" (Gedanklich hinzugefügt "Das regel ICH ! " ) um ...